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Der Richter des Air&Styles
Er entscheidet über Sieg und Niederlage beim Billabong Air&Style in Innsbruck, Dani Kiwi Meier. Im Talk mit massivemoves.com erklärt er, wie ein perfekter Run aussieht, welche harten Entscheidungen er treffen musste und warum ein hungriger Judge ein böser Judge ist.
 

The Judge of the Air & Style
He decides between victory and defeat at the Billabong Air & Style in Innsbruck, Dani Kiwi Meier. He explains in an interview with massivemoves.com how a perfect run looks like, which tough decisions he has to take and why a hungry judge an evil judge is.

massivemoves.com: Wie wurdest du Head-Judge vom Billabong Air&Style?

Dani Kiwi Meier: „Vor gut zehn Jahren wurde ich von Andrew Hourmont eingeladen als Style-Judge mitzumachen. Es ging damals darum, den Style-Faktor wieder stärker in den Event zu integrieren. Ich war früher selbst Profi und sie schätzen einfach meine Meinung. Es war damals mein erster Judging-Job und bin langsam in die Rolle des Head-Judge gewachsen.“
 
Wie wählst du deine Judges aus?
„Strategisch. Sie sind alle selbst Pros, die von den teilnehmenden Ridern respektiert werden. Einige von den Judges sind selbst beim Air&Style mitgefahren aber das ist keine Vorraussetzung. Sie müssen glaubwürdig sein, ihre Rolle ernstnehmen und auch unter Stress arbeiten können. Die Judges müssen auch als Team arbeiten können. Ich würde nie ‚Katzen und Hunde“ zusammen stecken.“
 
Wie sieht das Set-Up für einen Event wie den Billabong Air&Style aus?
„Groß und komplex. Wir haben sehr viel Technik in unserem Zuständigkeitsbereich. Es ist eines der professionellsten Judge-Set-Ups, in die ich involviert bin. Digitalisierte Geschwindigkeits-Anzeige, Laser-Höhenanzeige, Playback-Monitore, eine Gegensprechanlage, 100 Prozent Sicht auf alle wichtigen Zonen der Rampe, ein super Management und ein unglaubliches Catering. Denn nicht zu vergessen, ein hungriger Judge ist ein böser Judge, deswegen füttern sie uns sehr gut.“
 
Was macht für dich den perfekten Run aus?
„Die Perfektion liegt im Ablauf. Ein unerhörter Pop, dynamischer und flüssiger Style mit einem einzigartigen und frischen Twist, eine sehr technische Ausführung, überraschende Variationen, eine perfekte Landung und überwältigende Overall-Impression. Viel Glück also. Wir sehen alles und sind sehr kritisch.“
 
Wie reagierst du auf Diskussionen über dein Judging?
„In dem ich allem und jedem zuhöre. Ich wähle nicht umsonst Pro-Rider als Judges. Sie wissen wie lahm es ist, unfair bewertet zu werden, und sie nehmen ihre Verantwortung sehr ernst. Ich setze sie einem großen Druck aus und sie wissen selbst, dass sie über Karrieren entscheiden.
 
Jeder hat natürlich seine eigene Meinung und wir müssen Komplimenten und Kritik offen gegenüber stehen. Unser Job ist es nicht, sich Freunde zu machen oder einem Sponsor sein Lieblingsresultat zu verschaffen. Unser Job ist es, in einem Team zusammen zu arbeiten und wahre Kritik zu üben an dem was wir sehen, um es dann zu bewerten. That’s it, That’all. Wir stellen die richtigen Leute aufs Podium und dann weiter in der richtigen Reihenfolge. Wenn jemand unzufrieden ist, hören wir ihm zu. Es ist nicht einfach, aber deswegen sind wird Judges und sie Rider.“
 
Wie sieht euer Verhältnis mit den Snowboardern im Contest aus?
„Respektvoll. Ich bin ein offenes Buch. Sie kennen mich und wir touren schon seit Jahren gemeinsam auf den 5 und 6 Star Contests der Swatch TTR Worldtour. Sie wissen, dass sie mich nach meiner Meinung fragen können und was es braucht, aufs Podium zu kommen. Wir sind sehr eng und es ist wichtig, dass wir die gleiche Sprache sprechen und auf ihre Bedürfnisse hören. Jeder Kommentar eines Riders über einen Event wird angehört, um den Contest weiter zu verbessern. Denn am Ende des Tages ist es ihr Event und sie müssen sich wohl fühlen, um ihr Bestes zu geben.
Du hast auch eine eigene Firma, wie verbindest du das mit deinem Job als Head-Judge?
„Viele Gründe, wieso mein berufliches Leben sich so entwickelt hat, liegen darin, was Snowboarden mir gegeben hat, und ich versuche deswegen auch etwas zurück zu geben. Vergiss niemals, woher du kommst, das sage ich mir ständig selbst.“
 
Wie viele Monate pro Jahr bist du On-the-Road?
„Ich bin Platin-Mitglied und habe über 900.000 Vielflieger-Punke…”
 
Wenn ein Rider einen aussergewöhnlichen und sensationellen Sprung steht, der noch nie dagewesen ist, dürft ihr ihm dann auch Standing Ovations geben oder dürft ihr nur innerlich jubeln?
„Wir explodieren, werfen unsere Memory Boards auf den Tisch und blasen in die Trompeten. Wir sind aber auch schnell wieder in unseren Rollen und sind schon wieder auf den nächsten Rider fokusiert, den wir sonst verpassen würden.“
 
Was war die härteste Entscheidung oder Aufgabe, die du als Judge bewältigen musstest?
„Oh, da gibt es viele. Die Siegesserie von Shaun White nach Olympia beim Air&Style 2006 in München zu beenden war keine einfache Entscheidung. Einen Pro-Rider-Judge vom Contest auszuschließen, nach dem er den Judge-Tower verlassen hat, war auch recht hart. Ein meuterndes Team zusammen zu halten und das bei Minustemperaturen, keinem Schutz, keiner Sicht und während ein Schneesturm durch den Slopestyle fegte. Und ich musste weiter judgen, nachdem sich ein guter Freund schwer verletzt hatte. Manchmal will man einfach nur seine Sachen zusammen packen und heimfahren. Glücklicherweise haben wir in den vielen Jahren einiges gelernt und ich akzeptiere es nicht, wenn Fehler zwei Mal gemacht werden.“
 
Hat sich dein Blick aufs Snowboarden geändert seit du Head-Judge bist?
„ Nicht aufs Snowboarden, aber auf die Snowboarder und Judges. Snowboarder sind an einem Punkt, wo nur wenig zwischen ihnen und dem nächsten Level steht. Sie beginnen alle Erwartungen zu übertreffen. Terrain und Umfeld, in denen sie trainieren und Contests bestreiten, sind sehr viel besser geworden. Sie sind unglaubliche und professionelle Athleten geworden. Das Judging muss sich ähnlich schnell weiter entwickeln, um darauf reagieren zu können. Deswegen besteht mein Team auch aus Pro-Ridern, denn sie wissen, was richtig ist. Sie können die Details riechen und die Veränderungen vorhersehen. Sie brauchen eine gewisse Führung und einige Parameter müssen festgelegt werden, aber damit kann sich das Snowboarden in eine gute Richtung weiter entwickeln.“
 
Wie siehst du den Fortschritt des Snowboarden in den letzten zehn Jahren?
„Besserer Zugang, erschwinglicher, mehr Information, bessere Strukturen, besseres Equipment. Aber ernsthaft, es ist noch immer der gleiche Spaß, herum zu springen und die Schwerkraft zu erforschen.“
 

Questions to Dani Kiwi Meier:
How did you become the Head Judge of the 6Star Air &Style?
I was invited by Andrew Hourmont to be a style judge a decade ago.  It was to add credibility to the Style factor of the event. I was a pro myself back then and somehow they valued my opinion. It was my first Judging job. From there on in Judging grew to Head Judging.

How do you pick the other Judges?
Strategically. They are all pro riders that are respected by the competing riders. Some have competed in the event themselves but that’s not a prerequisite. They need to be reliable, take the role I give them seriously and deliver under pressure. They also need to work well as a team, so I never put cats and dogs in one booth.

How does the setup for an event like the Air&Style look like?
Big and complex. We have a lot of technology at our disposal. It’s one of the most professional judge set ups I am involved in.  Digitalized speed measure, lazer height gauges, playback monitors, intercom, 100% vision of all strategic zones on the ramp, great back end managing the result flow and incredible catering. A hungry judge is a bad judge. They feed us well.

In your eyes what makes a perfect run?
The perfection is in the progression. Unprecedented pop, arcing float, dynamic and fluid style with a unique and fresh twist, very technical execution, surprising variation, perfect transitional landing and an impactive overall impression. Good luck. We see everything and are very critical.

How do you react on discussions about your judging?
By listening to everything and everyone.  I select pro riders as judges for a reason. They know how lame it is to be judged unfairly and they take their responsibility very seriously. I put a lot of pressure on them and they know that careers are at stake. Yet everyone has their own opinion and we need to be open to both compliments and criticism. Our job is not to make friends or feed sponsors their desired results.  Our job is to collaborate as a team, be true critics of what we see and document it in a valued order. That’s it, That’s all. We put the right people on podium and from there on down the right order for runner-ups. If someone is not satisfied we are open to their challenges and we adjust where we feel adjustment is warranted.  It ain’t easy but that’s why we Judge and they ride.

How does your relation to the snowboarders who compete look like?
Respectful.  I am an open book. They know me and we have been touring on the 5 & 6 Star TTR events for years together. They know they can ask me my opinion and what it will take to make podium and I’ll tell them where I see their strengths and weaknesses. We are tight and its important that we speak their language and hear their needs. We address snow, transitions, formats and timing.  Every riders comment is listened to and identified as a potential key to improving the flow of the event. At the end of the day it’s their event and they need to feel at home in their environment to perform at their best.

You also have your own company, how to do you combine this with your job as Head Judge?
Many reasons why my professional life has evolved is because of what snowboarding has given me, so I always try to find time to give back. Never forget where you came from is what I tell myself. That said, I should be surfing more.

How many months are you on the road per year?
I am a Platinum member and have just over 900,000 frequent flyer points…

If a rider sticks an extraordinary move, can you give him standing ovations or can you just celebrate “inside”?
We explode. We smash our memory boards on the tables and blow trumpets. But, we settle into our role quickly after that and focus on the next rider as otherwise well lose it.

What was the hardest decision you ever had do made at a contest as a judge?
Oh there’s many. Breaking Shaun Whites winning Olympic streak in 2006 at A&S Munich wasn’t a light decision to take. Being forced to ban a Judge/pro rider from a contest venue for abandoning the tower. Having to hold together a mutiny team in sub zero temperatures with no blankets, no cover and no visibility during a Slopestyle blizzard. Or continuing to Judge after watching a close friend get seriously hurt. Having the wrong results leak out into the riders tent only to see a wave of confusion disrupt any confidence in ongoing results. Sometimes you just want to pack it up and go home.  Fortunately we have learnt a lot in the years and I don’t appreciate the same mistakes being made twice.

Has your point of view on snowboarding changed since you are a Head Judge?
Not of snowboarding but of snowboarders and of judges. Snowboarders are at a point where there is very little between them and the next level. They are really beginning to pop way above expectations. The terrain they get to train and compete on is more consistent and everything is better built. They have become amazing athletes and great professionals. Judging is forced to evolve at the same speed and is required to embrace the fast change.  There are no constants and we need to be able to adapt our judging chemistry to fit the show. That’s why my panels consist of pro riders because they know what’s right. They can smell the details and anticipate the change. They need the right guidance and have parameters set but with good leadership they let snowboarding progress correctly.  

How do you see the improvement of snowboarding over the last 10 years?
More access. More affordable. More information. Better structures. Better equipment. But really, it’s still just the same ol fun popping around and exploring gravity.

Interview by massivemoves.com